Mohs Chirurgie

Was ist Mohs Chirurgie

Viele Hauttumoren haben die Eigenschaft, dass sie mit feinen Ausläufern wachsen, die von aussen nicht sichtbar sind. Bei der Behandlung von Hautkrebs ist es jedoch enorm wichtig, den gesamten Hautkrebs mit allen Ausläufern zu entfernen, da der Tumor sonst rasch wieder entstehen kann und die umgebenden Gewebe zerstören kann. Um dies zu verhindern kann ein Tumor mit einem grossen Sicherheitsabstand entfernt werden, d.h. ein Streifen gesunder Haut wird mit herausgeschnitten, um sicher den ganzen Tumor zu entfernen. Da dies jedoch oft zu grossen Exzisionsdefekten führt mit aufwändigen Rekonstruktionen und unschönen Narben, wenden Dermatologen bei vielen Tumorarten oft ein schnittrandkontrolliertes chirurgisches Verfahren an, die sogenannte Mohs-Chirurgie. Diese Methode ist nach ihrem Entwickler Frederic Mohs (1910 – 2002) benannt und wird in den USA und auch an vielen Orten in Europa als Standardmethode der Hauttumorexzision praktiziert. Dabei wird der Tumor mit relativ knappem Sicherheitsabstand herausgeschnitten, das Gewebestück wird darauf aber mikroskopisch untersucht, sodass der ganze Schnittrand lückenlos nach Tumorresten abgesucht werden kann. Während nach Entfernung mit normaler Chirurgie ein Tumor bei etwa 5% - 20% der Patienten nach einiger Zeit wieder auftritt, geschieht dies nach Entfernung mit Mohs-Chirurgie je nach Tumorart nur bei 1% - 5% der Patienten. Gleichzeitig wird aber nur so wenig Gewebe wie nötig entfernt. Es resultiert somit ein ästhetisch schöneres Endresultat.

Es werden verschiedene schnittrandkontrollierte chirurgische Verfahren angewendet. Bei der klassischen Mohs-Chirurgie wird das Gewebestück unmittelbar nach der Operation im Schnellschnittverfahren präpariert und durch den Dermatochirurgen untersucht. Im nächsten Operationsschritt können dann allfällige Tumorreste gezielt entfernt werden und in einem weiteren Operationsschritt am gleichen Tag der Defekt wieder gedeckt werden. Für bestimmte Tumorarten und je nach vorhandener Infrastruktur wird ein langsameres Verfahren angewendet, bei dem die Gewebestücke in Paraffin eingebettet werden und die mikroskopische Untersuchung und die weiteren Operationsschritte nach 1 – 2 Tagen stattfinden.

Das Verfahren ist besonders geeignet für weisse Hautkrebsarten (insbesondere Basaliome und Spinaliome), welche mit Ausläufern wachsen, sowie für einige weitere Tumoren. Es wird besonders dort eingesetzt, wo es wichtig ist, den Exzisionsdefekt so klein wie möglich zu halten, z.B. im Gesicht.

Zusammenfassend ist die schnittrandkontrollierte Mohs-Chirurgie die Methode der Wahl, um einen Hauttumor mit grösstmöglicher Sicherheit vollständig zu entfernen bei gleichzeitig optimalem ästhetischem Endresultat durch kleinstmöglichen Defekt.